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title: "Claude schneidet meine Reels — der komplette Workflow, mit allen Pfaden."
description: "So schneidet Claude meine Instagram-Reels: Rohmaterial in einen freigegebenen Ordner, Transkript mit Wort-Zeitstempeln, Rohschnitt ohne Pausen und Atmer, Storyboard zur Freigabe, Grafiken und Untertitel als Remotion-Code, Ton auf −14 LUFS. Mit meiner Ordnerstruktur, den Skripten, den Regeln und dem Workflow-Dokument, das jedes Reel besser macht."
category: guides
date: 2026-11-02
canonical: https://thanisch.co/wissen/guides/claude-schneidet-videos
url: https://thanisch.co/wissen/guides/claude-schneidet-videos
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# Claude schneidet meine Reels — der komplette Workflow, mit allen Pfaden.

- Wie die acht Schritte vom Rohmaterial zum fertigen Reel zusammenhängen

- Meine Ordnerstruktur mit allen Pfaden, und warum es nur einen Remotion-Arbeitsbereich gibt

- Wie Claude transkribiert und den Rohschnitt baut, ohne Pausen, doppelte Takes und Atmer

- Storyboard, Untertitel, Grafiken und Ton, mit den Werten, die sich bewährt haben

- Das Workflow-Dokument: der Trick, durch den jedes Reel besser wird als das davor

- Die Fehler, die mich am meisten Zeit gekostet haben

> **Kurz gesagt**
> Claude schneidet nicht in einem Schnittprogramm. Es liest das Video als Text: Jedes Wort hat einen Zeitstempel, also ist der Schnitt eine Liste von Zeiten. Grafiken und Untertitel schreibt Claude als Code in Remotion, den Ton mischt es mit Python. *Ich drehe, gebe das Storyboard frei und schaue mir das Ergebnis an. Jedes Feedback landet in einem Dokument, das Claude vor dem nächsten Reel liest.*

## Der Ablauf in acht Schritten

### 1. Rohmaterial & Briefing

Video in den freigegebenen Ordner, Script und Referenzen dazu.

### 2. Transkript

Jedes Wort mit Start- und Endzeit, Fachbegriffe korrigiert.

### 3. Rohschnitt

Pausen, Versprecher, doppelte Takes und Atmer raus, auf den Frame genau.

### 4. Storyboard

Als Artifact, mit echten Standbildern. Ohne Freigabe geht nichts weiter.

### 5. Build

Untertitel, Grafiken und Animationen als Remotion-Code.

### 6. Ton

O-Ton, eigenes Musikbett, leise Soundeffekte, −14 LUFS.

### 7. Vorschau & Feedback

Im Remotion Studio ansehen, Feedback geben, Claude bessert nach.

### 8. Render

Als MP4, CRF 18. Hook-Text und CTA setze ich danach in Instagram.

## Was du brauchst

- Die Claude-Desktop-App mit einem freigegebenen Ordner auf deinem Rechner, oder Claude Code. Claude braucht eine Shell, um Skripte auszuführen.

- `ffmpeg`, Python 3 und Node.js. Claude installiert die Pakete selbst, wenn du es darum bittest.

- [Remotion](https://www.remotion.dev) für Grafiken und Untertitel. Für Einzelpersonen, Firmen mit bis zu drei Mitarbeitenden und Non-Profits kostenlos, größere Firmen brauchen eine Company License.

- Für das Transkript `faster-whisper` (kostenlos, läuft lokal). Alternative: ElevenLabs Scribe über den ElevenLabs-Connector.

## Meine Ordnerstruktur

Alles liegt in einem Ordner, den ich mit Claude teile. Der Zusatz `.NoSync` hält ihn aus iCloud raus, weil Videos und `node_modules` dort nur stören.

```
~/Documents/Claude/Projects/Reels.NoSync/
├─ raw/                         ← Rohmaterial, so wie es von der Kamera kommt
├─ docs/
│  ├─ reel-workflow.md          ← das Workflow-Dokument (siehe unten)
│  └─ produktions-log-reel-NN.md
└─ reels-studio/                ← EIN Remotion-Arbeitsbereich für alle Reels
   ├─ package.json, node_modules
   ├─ src/Root.tsx              ← registriert alle Reels
   ├─ src/shared/               ← Untertitel, Split-Layout, Cursor, Marken-Farben
   ├─ src/reels/rNN/            ← Code je Reel: Reel.tsx, timeline.json
   ├─ public/rNN/               ← base.mp4 (Rohschnitt), audio/mix.wav, Bilder
   ├─ reels/rNN/                ← input/script, work/ (Schnittliste, Transkripte)
   ├─ scripts/                  ← die Python-Skripte für Schnitt und Ton
   └─ out/                      ← fertige Renders
```

Am Anfang hatte jedes Reel einen eigenen Ordner mit eigenem `node_modules`. Das kostete viel Platz, und jedes Reel lief auf einer anderen Remotion-Version. Seit Reel 05 gibt es nur noch einen Arbeitsbereich. Bausteine wie die Untertitel liegen in `src/shared` und jedes Reel ist eine eigene Composition.

## Schritt 1: Rohmaterial und Briefing

Ich lege das Video nach `raw/` und schicke Claude das Script. Claude legt den Reel-Ordner an und speichert das Script unter `reels/rNN/input/script/script.md`. Bevor es losgeht, braucht Claude: Rohmaterial, Script, Plattform und Länge, das CTA-Wort und, falls vorhanden, ein Referenz-Reel.

Ich drehe mal mit dem iPhone (fertige Farben, kein Grade nötig), mal mit der DJI Osmo Pocket 3 in D-Log M (flach, braucht eine Farbumrechnung). Claude soll das nicht nach Augenmaß entscheiden, sondern messen. D-Log M erkennst du an angehobenen Schwärzen und sehr wenig Sättigung.

**Prompt**

```
## Schritt 2: Das Transkript

Claude schneidet zuerst die langen Stillen heraus und merkt sich, welche Sprachzeit zu welcher Quellzeit gehört (<code>scripts/prep_speech.py</code>). Das spart Rechenzeit, bei ElevenLabs auch Credits. Dann transkribiert es mit Wort-Zeitstempeln (<code>scripts/tx_words.py</code>, faster-whisper <code>medium</code>) und korrigiert Fachbegriffe nach dem Script: Aus „Cloud“ wird „Claude“.

> **Merke**
> Whisper verschluckt doppelte Takes. Sagst du einen Satz zweimal ohne Pause, steht er oft nur einmal im Transkript, und das Wort davor wird über die Lücke gestreckt. Deshalb transkribiert Claude verdächtige Stellen einzeln nach. In Reel 18 kamen so mehrere versteckte Takes zum Vorschein, darunter ein „den mache ich nochmal neu“.

## Schritt 3: Der Rohschnitt

Aus den Wort-Zeitstempeln baut Claude eine Schnittliste (<code>work/edl.json</code>): welche Stücke des Rohmaterials in welcher Reihenfolge bleiben. Das sind die Regeln:

- Pausen über 0,28 s raus. Zwischen Sätzen bleiben höchstens etwa 0,10 s Luft.

- Bei doppelten Ansätzen immer den letzten Take nehmen.

- Hörbares Einatmen zwischen Sätzen raus (`scripts/breaths.py`).

- Jede Schnittkante auf eine ruhige Stelle legen (`scripts/fix_edges.py`), mit 8-ms-Blenden gegen Knacken.

- Alles frame-genau in der Bildrate der Quelle: iPhone 30 fps, Osmo 25 fps.

Danach prüft Claude jede Schnittkante am Pegel (<code>scripts/check_edges.py</code>): Endet ein Clip mitten in einem Laut? Steckt in einem Clip noch Ton aus einem verworfenen Take? Erst wenn nichts mehr gemeldet wird, rendert Claude den Rohschnitt nach <code>public/rNN/video/base.mp4</code> (<code>scripts/cut.py</code>).

> **Merke**
> Ein Kontrolltranskript des Schnitts reicht nicht. Whisper „korrigiert“ abgeschnittene Wörter: In Reel 18 hörte es „Zweitens“, obwohl im Schnitt „Zweiten“ zu hören war, und es überhörte ein „Ers“ vor „Erstens“. Zischlaute wie s, ch und z sind insgesamt leise, aber im Hochton deutlich. Deshalb misst die Prüfung auch über 3 kHz.

In Reel 18 wurden so aus 1:38 Rohmaterial 44,5 s Schnitt mit 15 Clips.

## Schritt 4: Das Storyboard

Bevor eine einzige Animation entsteht, baut Claude ein Storyboard als Artifact: pro Abschnitt Timecode, gesprochener Text, echtes Standbild aus dem Rohschnitt, Grafik, Kamera und Ton. Offene Fragen stehen gesammelt oben. Erst nach meiner Freigabe geht es weiter.

Für jeden Abschnitt fällt eine feste Entscheidung:

| | Schematisch | Realistisch |
| --- | --- | --- |
| Wirkung | erklärend | „das gibt es wirklich“ |
| Optik | helle Karten, große Schrift, Icons | nachgebaute App-Oberfläche, echte Daten |
| Passt für | Hook, Thesen, Zahlen | Tools, Agenten, Workflows |

Dazu zwei Regeln. Im Hook steht nichts über mir, nur die Untertitel. Und Text liegt nur in der sicheren Fläche von Instagram: auf 1080 × 1920 Pixeln zwischen x 75 und 1005 und zwischen y 140 und 1660, unterhalb von y 980 nur bis x 870 wegen der Icon-Leiste rechts.

## Schritt 5: Grafiken und Untertitel als Code

Jedes Reel ist eine Datei <code>src/reels/rNN/Reel.tsx</code>. Die Zeiten kommen aus <code>timeline.json</code>, also aus den Wort-Zeitstempeln des fertigen Schnitts. Eine Grafik startet „bei Wort 28“ statt „bei 7,84 s“. Ändert sich der Schnitt, rutscht alles mit.

- **Split-Layout:** oben die Grafik, eine Lime-Naht, unten das Video. Die Höhe des oberen Bereichs passt sich pro Szene dem Inhalt an, damit man möglichst viel vom Sprecher sieht.

- **Untertitel:** immer eine Zeile, nie umbrochen, horizontal zentriert. Entweder auf einer dunklen Pill in Instrument Serif oder im TikTok-Stil (weiß, schwarze Kontur, ohne Animation).

- **App-Nachbauten:** als Claude-Oberfläche ohne Fensterrahmen, hell wie meine Claude-App: Nachrichten, Werkzeug-Blöcke, Artifact, mit echten Daten statt Platzhaltern. In Reel 18 sind das meine echte Chat-Nachricht, mein Ordner, die echten Wörter und Schnitte.

- **Farben:** aus meinen Brand Assets. Lime nur als Akzent.

Claude prüft jeden Abschnitt mit Standbildern (<code>scripts/stills.mjs</code>), bevor ich etwas sehe.

## Schritt 6: Der Ton

Ein Befehl, eine Datei: <code>python3 scripts/mix.py rNN</code> liest <code>reels/rNN/work/audio.json</code> und baut daraus <code>public/rNN/audio/mix.wav</code>.

- Die Stimme wird sample-genau aus dem Original nach der Schnittliste neu zusammengesetzt.

- Das Musikbett erzeugt Claude selbst mit Python, zum Beispiel Lo-Fi mit 84 BPM und einem Riser vor dem ersten Schritt. Keine Lizenzkosten, keine Fremdrechte.

- Soundeffekte sitzen nur auf Grafik-Einsätzen, sind weich gefiltert und kommen nie im Hook.

- Die Musik wird unter der Stimme um 60 % abgesenkt, am Ende auf −14 LUFS normalisiert.

## Schritt 7 und 8: Ansehen und rendern

Im Arbeitsbereich startest du das Studio mit <code>npm run studio</code> und wählst links die Composition. Dort gebe ich Feedback, Claude bessert nach. Gerendert wird mit:

<Terminal label="Terminal">
npm run render -- r18-so-schneidet-claude --concurrency=2
```

Das ergibt `out/&lt;id&gt;.mp4` mit CRF 18. Claude kann auch selbst rendern, in kleinen Etappen über `scripts/vm-render.mjs`.

## Der eigentliche Trick: das Workflow-Dokument

Claude erinnert sich nicht von selbst an das letzte Reel. Deshalb gibt es `docs/reel-workflow.md`. Dort stehen keine Skripte, sondern Regeln und erprobte Werte: welche Pausenlänge, welche Untertitelgröße, welche Safe Zones, welche Fehler schon passiert sind. Claude liest das Dokument vor jedem Reel. Nach jedem Feedback trägt es die Lehre ein.

So entstehen Zeilen wie diese, aus Reel 18:

Starte deines mit diesem Prompt:

> **Merke**
> Ohne das Dokument ist jedes Feedback einmalig, und beim nächsten Reel passiert derselbe Fehler wieder. Mit dem Dokument wird daraus eine Regel, die Claude bei jedem Reel befolgt.

## Was mich am meisten Zeit gekostet hat

- Ton läuft dem Bild davon: Beim Verketten vieler AAC-Clips bringt jeder Clip etwa 21 ms Vorlauf mit. Nach 20 Schnitten sind das eine halbe Sekunde. Lösung: den Ton am Ende sample-genau aus dem Original ersetzen.

- Angeschnittene Wörter: Whisper setzt Wortanfänge oft 0,1 bis 0,2 s zu spät, Atmer-Schnitte trafen Wortenden. Lösung: jede Kante am Pegel messen statt am Transkript, Zischlaute über 3 kHz.

- Reste verworfener Takes: Ein Skript verlängerte ein Clip-Ende bis zur nächsten Stille und nahm dabei den Anfang eines verworfenen Takes mit („Ers Erstens“). Lösung: nie in einen neuen Laut hinein verlängern.

- Erfundener Text: In langen stillen Pausen schreibt Whisper Sätze, die nie gesagt wurden. Dort die Wortzeiten aus dem Pegel nehmen.

- Farben falsch eingeschätzt: D-Log-M-Material sah auf einem kleinen Standbild normal aus. Seitdem wird gemessen.

- Remotion-Update bricht den Render: Version 4.0.535 stürzte auf meinem Apple-Silicon-Mac sofort ab. Nach jedem Update einen Test-Render machen, zurück ging es auf 4.0.530.

Das Reel zu diesem Stück liegt auf [Instagram](https://www.instagram.com/christopher_thanisch/).

## Quellen

- Remotion: [Lizenz](https://www.remotion.dev/license) und [Dokumentation](https://www.remotion.dev/docs).
- SYSTRAN: [faster-whisper auf GitHub](https://github.com/SYSTRAN/faster-whisper).
- Instagram-Safe-Zones: eigene Messung an iPhone-Screenshots veröffentlichter Reels, Oktober 2026.

## Dein Aktionsplan

Hak ab, was du erledigt hast:

- [ ] Einen Reels-Ordner angelegt und in der Claude-App freigegeben

- [ ] Das Workflow-Dokument mit dem Prompt oben anlegen lassen

- [ ] Ein Rohmaterial nach `raw/` gelegt und Transkript und Rohschnitt bauen lassen

- [ ] Den Rohschnitt angehört, besonders an den Schnittkanten

- [ ] Das Storyboard geprüft und freigegeben

- [ ] Im Remotion Studio Feedback gegeben und die Lehre ins Dokument eintragen lassen
