Das lernst du
Codex ist der Teil von ChatGPT, der auf deinem Computer Programme schreibt und ausführt. Remotion macht aus so einem Programm ein Video. Zusammen ergibt das einen Schnitt, für den du keine Timeline öffnest: Der Clip wird verschriftlicht, Pausen fliegen raus, Untertitel sitzen auf den Worten, einzelne Momente bekommen Zoom und Schlagzeile, am Ende liegt eine MP4 im Ordner.
Bevor du anfängst
Sechs Schritte, ein Prompt. Die ersten drei machst du einmal.
In der ChatGPT-Desktop-App den Umschalter oben links öffnen und Codex wählen. Das ist der dritte Eintrag, nach Chat und Work. Codex zeigt eine Projektansicht.
Plugins öffnen, nach Remotion suchen, Installieren. Oder den Install-Link auf der Plugin-Seite nutzen. Nichts weiter einstellen. Ein Remotion-Konto brauchst du dafür nicht.
Node ab Version 18. Auf dem Mac zusätzlich die Xcode-Befehlszeilenwerkzeuge, falls der Clip verschriftlicht wird. Beides steht im nächsten Abschnitt in normaler Sprache.
Neues Projekt auf einen leeren Ordner, zum Beispiel auf dem Schreibtisch unter schnitte. Den Clip ins Codex-Fenster ziehen. $remotion tippen und das Plugin annehmen.
Den Schnitt-Prompt unten einsetzen. Die ersten Rückfragen zum Einrichten mit Ja bestätigen, solange sie zu diesem Ordner gehören.
Namen und Schlagzeilen in der Tabelle korrigieren. Dann „rendern“ schreiben. Die MP4 ansehen, dann posten.
Codex ist in den ChatGPT-Plänen enthalten, auch im Free-Plan. Wie viel du damit schneiden kannst, hängt vom Plan ab. Ein erster langer Schnitt verbraucht mehr als ein kurzer Chat. Das Plugin selbst ist kostenlos.
Node einmal prüfen
Node.js ist ein Grundprogramm, das schon auf dem Rechner liegen muss, damit Remotion das Video bauen kann. Du lernst es nicht, du öffnest es nicht, du schreibst damit keinen Code. Einmal prüfen, gegebenenfalls installieren, fertig.
Remotion bringt die Programme mit, die aus dem Schnitt die Datei machen. Node kann es nicht selbst nachinstallieren. Deshalb dieser eine Check.
Das Terminal ist ein einfaches Fenster: du tippst eine Zeile, drückst Enter, liest die Antwort. Auf dem Mac die Suche öffnen (Befehlstaste und Leertaste), Terminal eintippen, Enter. Unter Windows im Startmenü Terminal eintippen und öffnen.
Genau dies eintippen und Enter drücken: node -v
Steht dort eine Zahl wie v20.11.0 oder v22.9.0, und die Zahl direkt nach dem v ist 18 oder höher, bist du fertig. Fenster zu.
„command not found“, „nicht gefunden“ oder ein roter Hinweis heißt: Node fehlt. Auf nodejs.org die Schaltfläche LTS wählen, das ist die stabile Version. Die Datei wie jedes andere Programm installieren, immer weiter, am Ende fertig. Terminal schließen, neu öffnen, noch einmal node -v. Danach die ChatGPT-App einmal neu starten.
Auf dem Mac kommt für die lokale Verschriftlichung eine zweite Einmal-Sache dazu: die Xcode-Befehlszeilenwerkzeuge. Das ist eine Ergänzung von Apple, kein Programm mit eigenem Fenster. Wenn du unsicher bist, schreib Codex genau dies: „Prüfe, ob Node und die Xcode Command Line Tools installiert sind, und installiere, was fehlt.“ Die Rückfragen bestätigst du. Das passiert einmal.
Codex fragt, bevor es auf deinem Rechner etwas ausführt. Beim ersten Schnitt kommen mehrere Fenster: Sprachmodell holen, Pakete installieren, eine Render-Hülle laden. Ja, solange es um diesen Ordner und diese Installation geht. Nein, wenn etwas anderes auf dem Rechner verändert werden soll.
Schnitt-Ablauf zum Mitnehmen
Hol dir den vollständigen Guide als PDF.
Schritte, Prompts und Checkliste in einer Mail. Damit du beim ersten echten Clip nicht noch einmal suchen musst.
Was dabei passiert
Codex arbeitet auf deinem Rechner, der Clip bleibt dort. Das Plugin gibt ihm die Skills für Projekt, Untertitel, Vorschau und Render. Codex schreibt ein kleines Programm: welche Sekunden bleiben, wo die Untertitel sitzen, wann der Zoom kommt. Remotion macht daraus die Videodatei. Die Verschriftlichung läuft lokal mit Whisper, einem Spracherkenner auf dem eigenen Computer.
Für einen deutschsprachigen Clip nimmst du das Modell medium. medium.en versteht nur Englisch. Das Modell ist rund 1,5 GB und wird beim ersten Mal geladen.
Was der Schnitt übernimmt
| Das übernimmt der Prompt | Das bleibt bei dir |
|---|---|
| Pausen, „äh“ und tote Luft schneiden | Neues Bildmaterial oder B-Roll erzeugen |
| Untertitel im Worttakt, Stil wie beschrieben | Das Ergebnis ansehen — Codex liest Zahlen und Frames |
| Zooms, Schlagzeilen, Balken, Bauchbinden | Lizenzierte Musik beschaffen — die Datei legst du selbst rein |
| Für Reels, Shorts oder YouTube neu ausgeben | Aus Hochformat echtes Querformat zaubern |
| Denselben Stil über mehrere Clips legen | Ein Gesicht verfolgen, wenn du es nicht ausdrücklich verlangst |
Für Farbkorrektur und feines Audio-Mixing bleibt ein Schnittprogramm die bessere Wahl.
Einzelpersonen und Teams bis drei Personen nutzen Remotion kostenlos, auch kommerziell. Größere Firmen brauchen eine Company License: 25 $ pro Sitz und Monat für eigene Videos. Die Stufen stehen in den Nutzungsbedingungen. Schriften von Google Fonts sind für die kommerzielle Nutzung in Ordnung.
Der erste Durchlauf
Der Prompt ist schnell eingefügt. Auf einem frischen Rechner dauert der erste Schnitt länger, weil ein Sprachmodell und ein paar Programme geladen werden. Wenn eine Weile nichts im Chat steht, ist das oft ein Download, kein Absturz. Jeder weitere Schnitt in demselben Projekt überspringt diese Laderei. Übrig bleibt vor allem der Render, bei einem Clip von zwei bis drei Minuten mehrere Minuten, je nach Rechner.
| Schritt | Erstes Mal | Danach |
|---|---|---|
| Projekt anlegen, Pakete holen | ein paar Minuten | entfällt |
| Whisper bauen und das Modell laden | oft 5–15 Minuten | entfällt |
| Clip verschriftlichen | meist unter zwei Minuten | gleich |
| Pausen finden, Schnitt schreiben, nachfragen | Codex arbeitet, du gibst frei | kürzer |
| Render-Hülle laden | ein paar Minuten | entfällt |
| Zwei bis drei Minuten Video rendern | mehrere Minuten | gleich |
Während du wartest, wandelt Codex den Ton in ein Format, das Whisper lesen kann, schreibt Zeitstempel pro Wort, sucht die Pausen und baut daraus die Liste der Sekunden, die bleiben. Danach entsteht der Schnitt als Programm: ein Abschnitt pro behaltenem Stück, Untertitel in Gruppen von drei bis vier Wörtern, Zoom und Schlagzeile an den starken Stellen. Der Prompt unten verlangt die Tabelle, bevor etwas gerendert wird.
Der Prompt fürs erste Mal
Ein Einzeiler führt zu Rückfragen: welches Format, wie lang eine Pause, welches Modell, was „animieren“ heißt. Diese Fassung beantwortet das und hält den Render an, bis du die Tabelle siehst. Dateiname und Klammern tauschst du aus.
$remotion Schneide [talking-head.mp4] für [Instagram Reels]. 1) Transkribiere lokal mit Whisper, Zeitstempel pro Wort. Wenn Whisper fehlt, lade whisper.cpp und das mehrsprachige Modell medium, ohne noch einmal zu fragen. medium.en nur, wenn der Clip englisch ist. 2) Schneide jede Pause länger als 0,6 Sekunden und jedes einzelne „äh“ oder „ähm“. Lass auf beiden Seiten jedes Schnitts 120 Millisekunden Raumton, damit Atemzüge natürlich bleiben. Keine weitere Audiobearbeitung. 3) Untertitel: 3 bis 4 Wörter pro Einblendung, nie ein einzelnes Wort. Fette weiße serifenlose Schrift mit schwarzer Kontur, das gerade gesprochene Wort in [#F5A623]. Block mittig auf 70 % der Höhe, höchstens 900 px breit. 4) Wähle die 5 stärksten Momente (eine Zahl, eine Behauptung, eine Pointe), mindestens 10 Sekunden Abstand. Bei jedem: 8 % Zoom in 0,4 Sekunden hinein und wieder hinaus, zentriert auf das Gesicht, plus eine Schlagzeile unter 24 Zeichen, die auf 22 % der Höhe für etwa 2,5 Sekunden einspringt. 5) Ausgabe 1080×1920, 30 fps, auch wenn die Quelle anders ist. H.264, Ton in AAC. Bevor du renderst, zeig das Transkript mit jeder Schnittmarke und die 5 Schlagzeilen als einfache Tabelle. Nach meinem Okay rendere nach outputs/[name]_edited.mp4, nenne die finale Länge und zeig ein Standbild zu jeder Schlagzeile.
Die 120 Millisekunden sind die konkrete Form von „natürlich lassen“. Ohne Zahl wird der Schnitt entweder gehetzt oder Codex fragt nach. „Nie ein einzelnes Wort“ verhindert Untertitel, die nur aus einem Wort bestehen. „Zentriert auf das Gesicht“ hält den Kopf im Hochformat in der Mitte. Die Standbilder sind deine Kontrolle: Codex sieht den Film nicht, es liest Zeiten und Frames.
Die Freigabe
Vor dem Render kommt eine Tabelle. Die Zeiten und Wörter stammen aus deinem Clip. So ist die Form, das hier ist ein Beispiel:
TRANSKRIPT talking-head.mp4 (160,4 s) 00:00.0 Okay, [Schnitt „äh“] ich will über 00:03.1 etwas sprechen, das selten jemand sagt. [Schnitt 0,9 s] 00:04.9 Im ersten Jahr waren es vierzigtausend raus 00:07.4 und elftausend rein. [Schnitt 1,4 s] SCHNITTE: 41 Pausen (28,6 s) + 9 Füllwörter (3,1 s) 160,4 s → ungefähr 128,7 s 5 MOMENTE 1 00:04.9 „40.000 rein. 11.000 raus.“ 2 00:31.2 „Diesen Teil sagt niemand“ 3 01:02.0 „26 Monate. Eine Lektion.“ 4 01:41.6 „Die 3-Sekunden-Regel“ 5 02:19.0 „Bevor du dich bereit fühlst“ Antworte mit „freigeben“, oder ändere eine Zeile.
Hier korrigierst du Markennamen, falsch gehörte Zahlen, eine Schlagzeile, eine Pause, die bleiben soll. „Schlagzeile 3 ändern zu ‚Das hat zwei Jahre gedauert‘ und rendern“ reicht. Solange du nicht freigibst, entsteht keine Datei.
Du bist die letzte Kontrolle. Schau die Standbilder an und den Film einmal in voller Länge, bevor du ihn postest. Bei einem Clip von zwei Minuten sitzen oft zwei bis fünf Schnitte eine Spur zu früh oder zu spät. Die Zeitstempel zurückschreiben, dann rendert Codex neu.
Die Vorschau öffnest du mit dem Satz „Öffne die Studio-Vorschau“. Im Browser spulst du den Schnitt, bevor die MP4 entsteht. Untertitel, die sich überlappen, siehst du dort sofort.
Weitere Schnitte
Dasselbe Projekt, derselbe Chat. Jeder Satz ist eine Nachfrage.
Mach eine 30-Sekunden-Fassung mit den besten 3 Momenten, gleicher Untertitel- und Schlagzeilen-Stil. Nimm den Satz davor und danach mit, damit nichts mitten im Gedanken anfängt. Harte Schnitte dazwischen. Rendere nach outputs/[name]_30s.mp4.
Mach eine Fassung in 1920×1080 vom ganzen Schnitt. Das Hochformat in voller Höhe, an den Seiten eine unscharfe, abgedunkelte Kopie desselben Bilds. Untertitel auf 82 % der Höhe, höchstens 1200 px breit. Schlagzeilen auf 14 %. Rendere nach outputs/[name]_16x9.mp4.
Wechsle an jedem Schnitt den Bildausschnitt zwischen 100 % und 106 % Zoom, damit die Sprünge absichtlich wirken. Alles andere bleibt. Neu rendern.
Dünner Fortschrittsbalken in [#F5A623] an der Unterkante. Bauchbinde mit [NAME] und [@HANDLE], die nach 2 Sekunden reinfährt und nach 6 Sekunden wieder geht. Neu rendern.
Wende genau diesen Schnitt auf jede .mp4 in source/ an. Dieselben Regeln, 5 Momente pro Clip. Eine gemeinsame Freigabe-Tabelle, danach alles nach outputs/ rendern und die Längen auflisten.
Musik: eine Audiodatei in den Ordner legen und die Lautstärke sagen, zum Beispiel „18 dB unter der Stimme, in den letzten 2 Sekunden ausblenden“. Codex besorgt keine lizenzierte Musik. Für Reels kannst du den Ton auch erst in Instagram darunterlegen.
Wenn es hakt
Die App im Browser. Der Clip und die MP4 liegen in einem Ordner auf deinem Rechner. Dafür öffnest du Codex in der Desktop-App.
„Schneide alle Pausen“, ohne Zahl. 0,6 Sekunden als Schwelle und 120 Millisekunden Raumton. Sonst wird der Schnitt gehetzt, oder Codex fragt nach.
Keine Tabelle vor dem Render. Den Satz aus dem Prompt behalten: Transkript und Schlagzeilen zeigen, bevor gerendert wird. Ein falsch gehörter Markenname ist sonst ein zweiter Render.
Die Einrichtungsfenster abgelehnt. Sprachmodell, Whisper und die Render-Hülle sind einmalig. Die bestätigst du.
Aus Hochformat soll Querformat werden. Im Clip steckt kein verstecktes Bild links und rechts. Entweder die unscharfen Seiten aus dem Prompt oder ein Zuschnitt in der Mitte. Sag, was du willst.
Namen und Zahlen in den Untertiteln. Whisper hört Marken und Beträge daneben und schreibt „vierzigtausend“ manchmal als Wort. Das korrigierst du in der Tabelle.
Node meldet sich nicht. Nochmal von vorn: Terminal neu öffnen, node -v, bei einer Fehlermeldung die LTS-Version von nodejs.org installieren, App neu starten. Die Zahl nach dem v muss 18 oder höher sein.
Eine Datei fehlt. Der Name im Prompt muss inklusive .mp4 stimmen. Liegt der Clip außerhalb des Projektordners, findet Codex ihn nicht. Zieh ihn ins Fenster oder leg ihn in den Ordner.
Der Ablauf
Hak ab, was du erledigt hast:
Deine 2-Minuten-Aufgabe
Welchen Clip schneidest du zuerst?
Desktop-App, Plugin, node -v. Dann einen Clip in den Ordner und den Prompt mit deinem Dateinamen abschicken.
Dein nächster Schritt
Leg heute das Remotion-Plugin an und schneide einen Clip.
Solche praxisnahen Systeme schicke ich jede Woche per Newsletter — ein System, ein Tool, ein Prompt. Kurz, konkret, sofort anwendbar.
Passt dazu

Christopher Thanisch
Ich übersetze KI in brauchbare Systeme für den Arbeitsalltag — Systeme statt Hypes.