Das lernst du
Die meisten Briefings an eine KI sind Anleitungen. Eine Rolle, ein Ton, zehn Schritte, eine Liste von Verboten. Das fühlt sich gründlich an. Bei den aktuellen Modellen wird das Ergebnis davon schlechter.
Ein Praktikant braucht die Schritte. Eine Führungskraft braucht das Ergebnis. Du übergibst ein Briefing: was am Ende dastehen soll, welcher Weg sich dafür anbietet, welche Vorlieben noch fehlen und woran du ein gutes Ergebnis erkennst.
Du schreibst diese vier Teile in dieser Reihenfolge in eine Nachricht. ChatGPT oder Claude, beides geht.
Warum mehr Anweisung schadet
Klügere Modelle finden den Weg selbst, sobald das Ziel klar ist. Schreibst du jeden Schritt vor, bleibt das Modell an der Idee hängen, die dir als Erstes eingefallen ist.
Was du dazuschreibst, klingt nach Hilfe. „Du bist ein erfahrener Texter.“ Dann die Schrittfolge. Dann eine Regel für jedes Detail. Das Modell arbeitet deine Liste ab. Den besseren Weg sucht es dabei nicht mehr.
Je stärker das Modell, desto teurer wird diese Liste. Die Aufmerksamkeit geht ins Befolgen, und das Ergebnis bleibt enger, als das Modell es hätte liefern können.
So schickst du die vier Schichten
Schreib sie von oben nach unten in eine Nachricht und schick sie zusammen. Das Modell braucht das ganze Briefing, bevor es anfängt. Vier einzelne Nachrichten legen es zu früh fest.
Das fertige Ergebnis, in klarem Deutsch. Was vor dir liegt, wenn die Arbeit fertig ist.
Die KI sucht den besten Weg und nennt dir den Ansatz, bevor sie etwas produziert.
Eine Frage nach der anderen, damit deine Vorlieben auf den Tisch kommen.
Ein echtes Beispiel, an dem sich die Ausgabe ausrichtet.
Schicht 1: Das Ziel
Du beschreibst das fertige Ding. Eine Sales-Seite, über die jemand einen Call bucht. Drei starke Finalisten in unter zwei Wochen. Ein Monatsbericht, den die Leitung tatsächlich liest.
Die Schritte lässt du weg. Sobald du sie selbst nennst, arbeitet das Modell genau diese Folge ab. Die Recherche danach ist dafür da, einen besseren Weg zu finden.
Schicht 2: Die Recherche
Du sagst dem Modell: such den besten Weg, bevor du anfängst, und sag mir, welchen Ansatz du empfiehlst.
Diese Schicht lassen die meisten weg, weil sie sich nach einem Umweg anfühlt. Hier prüft das Modell, was funktioniert, bevor es sich festlegt. An dieser Stelle taucht der Ansatz auf, den du noch nicht kanntest.
Schicht 3: Das Interview
Wenn der Weg steht, lässt du dich interviewen. Eine Frage pro Nachricht.
Die meisten Vorlieben nennst du von allein nicht. Du merkst erst, dass sie zählen, wenn jemand danach fragt. Eine einzelne Frage beantwortest du genauer als eine Liste, die du überfliegst.
Bei einer Entscheidung, auf der du seit Wochen sitzt, holt die Entscheidungs-Kette alle Fragen auf einmal. Hier soll die KI einen Job abliefern. Eine Frage nach der anderen hält deine Antwort bei dem Detail, nach dem gerade gefragt wurde.
Schicht 4: So sieht gut aus
Ein echtes Beispiel. Eine Sales-Seite, die du für stark geschrieben hältst. Ein Bericht, dessen Aufbau du behalten willst. Ein Einstellungsprozess aus einer Firma, deren Art zu arbeiten du kennst.
„Professionell“, „knackig“ und „auf den Punkt“ muss das Modell für dich auslegen. Ein Beispiel ist die Vorgabe.
Zuerst kommt der empfohlene Ansatz. Dann die Fragen, eine nach der anderen. Die Ausgabe kommt erst danach.
Der Prompt
Klammern füllen und als eine Nachricht schicken.
ZIEL: [Beschreibe das fertige Ergebnis, das du haben willst.] RECHERCHE: Bevor du anfängst, recherchiere den besten Weg und sag mir, welchen Ansatz du empfiehlst. INTERVIEW: Danach interviewst du mich, eine Frage nach der anderen, und holst meine Vorlieben und alles heraus, was du noch wissen musst. GUT SIEHT SO AUS: Hier ist ein Beispiel dafür, wie ein starkes Ergebnis aussieht: [Füge ein echtes Beispiel ein oder beschreibe den Maßstab]. Richte deine Ausgabe daran aus.
Beim Maßstab zählt ein konkretes Stück. Eine Seite, die du wirklich gut findest. Ein Bericht, den du schon gelesen hast. Ein Ablauf, den du nachbauen willst.
Beispiel: Sales-Seite
Für ein Einzelcoaching, dessen Seite einen Call buchen soll.
ZIEL: Ich brauche eine Sales-Seite für mein Einzelcoaching, die jemanden dazu bringt, einen Call zu buchen. RECHERCHE: Bevor du anfängst, recherchiere den besten Weg und sag mir, welchen Ansatz du empfiehlst. INTERVIEW: Danach interviewst du mich, eine Frage nach der anderen, und holst meine Vorlieben und alles heraus, was du noch wissen musst. GUT SIEHT SO AUS: Hier ist ein Beispiel dafür, wie ein starkes Ergebnis aussieht: [Füge eine Sales-Seite ein, die du für stark geschrieben hältst]. Richte deine Ausgabe daran aus.
Beispiel: Einstellung
Für die erste Stelle im Kundensupport eines kleinen Teams.
ZIEL: Ich brauche einen Einstellungsprozess, der mir in unter zwei Wochen drei starke Finalisten für eine Stelle im Kundensupport bringt. RECHERCHE: Bevor du anfängst, recherchiere den besten Weg und sag mir, welchen Ansatz du empfiehlst. INTERVIEW: Danach interviewst du mich, eine Frage nach der anderen, und holst meine Vorlieben und alles heraus, was du noch wissen musst. GUT SIEHT SO AUS: Hier ist ein Beispiel dafür, wie ein starkes Ergebnis aussieht: [Beschreibe oder füge einen Einstellungsprozess ein, aus einer Firma, deren Art zu arbeiten du kennst]. Richte deine Ausgabe daran aus.
Beispiel: Monatsbericht
Für einen Bericht, den die Leitung jeden Monat liest.
ZIEL: Ich brauche einen Monatsbericht, der meinem Führungsteam unsere Zahlen zeigt und was sich zum Vormonat geändert hat, in einem Format, das sie wirklich lesen. RECHERCHE: Bevor du anfängst, recherchiere den besten Weg und sag mir, welchen Ansatz du empfiehlst. INTERVIEW: Danach interviewst du mich, eine Frage nach der anderen, und holst meine Vorlieben und alles heraus, was du noch wissen musst. GUT SIEHT SO AUS: Hier ist ein Beispiel dafür, wie ein starkes Ergebnis aussieht: [Füge ein Berichtsformat ein, das du schon magst, von irgendeiner Firma]. Richte deine Ausgabe daran aus.
Dieselben vier Überschriften bleiben stehen. Was du tauschst, ist der Text in den Klammern.
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Christopher Thanisch
Ich übersetze KI in brauchbare Systeme für den Arbeitsalltag — Systeme statt Hypes.