Christopher Thanisch
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GUIDE13 Minuten Lesezeit·Zuletzt aktualisiert NOV 2026

Claude schneidet meine Reels — der komplette Workflow, mit allen Pfaden.

So schneidet Claude meine Instagram-Reels: Rohmaterial in einen freigegebenen Ordner, Transkript mit Wort-Zeitstempeln, Rohschnitt ohne Pausen und Atmer, Storyboard zur Freigabe, Grafiken und Untertitel als Remotion-Code, Ton auf −14 LUFS. Mit meiner Ordnerstruktur, den Skripten, den Regeln und dem Workflow-Dokument, das jedes Reel besser macht.

Du kommst von Instagram? Hier ist der Workflow aus dem Reel.

Das lernst du

→Wie die acht Schritte vom Rohmaterial zum fertigen Reel zusammenhängen
→Meine Ordnerstruktur mit allen Pfaden, und warum es nur einen Remotion-Arbeitsbereich gibt
→Wie Claude transkribiert und den Rohschnitt baut, ohne Pausen, doppelte Takes und Atmer
→Storyboard, Untertitel, Grafiken und Ton, mit den Werten, die sich bewährt haben
→Das Workflow-Dokument: der Trick, durch den jedes Reel besser wird als das davor
→Die Fehler, die mich am meisten Zeit gekostet haben

Der Ablauf in acht Schritten

1Rohmaterial & Briefing

Video in den freigegebenen Ordner, Script und Referenzen dazu.

2Transkript

Jedes Wort mit Start- und Endzeit, Fachbegriffe korrigiert.

3Rohschnitt

Pausen, Versprecher, doppelte Takes und Atmer raus, auf den Frame genau.

4Storyboard

Als Artifact, mit echten Standbildern. Ohne Freigabe geht nichts weiter.

5Build

Untertitel, Grafiken und Animationen als Remotion-Code.

6Ton

O-Ton, eigenes Musikbett, leise Soundeffekte, −14 LUFS.

7Vorschau & Feedback

Im Remotion Studio ansehen, Feedback geben, Claude bessert nach.

8Render

Als MP4, CRF 18. Hook-Text und CTA setze ich danach in Instagram.

Was du brauchst

•Die Claude-Desktop-App mit einem freigegebenen Ordner auf deinem Rechner, oder Claude Code. Claude braucht eine Shell, um Skripte auszuführen.
•ffmpeg, Python 3 und Node.js. Claude installiert die Pakete selbst, wenn du es darum bittest.
•Remotion für Grafiken und Untertitel. Für Einzelpersonen, Firmen mit bis zu drei Mitarbeitenden und Non-Profits kostenlos, größere Firmen brauchen eine Company License.
•Für das Transkript faster-whisper (kostenlos, läuft lokal). Alternative: ElevenLabs Scribe über den ElevenLabs-Connector.

Meine Ordnerstruktur

Alles liegt in einem Ordner, den ich mit Claude teile. Der Zusatz .NoSync hält ihn aus iCloud raus, weil Videos und node_modules dort nur stören.

~/Documents/Claude/Projects/Reels.NoSync/
├─ raw/                         ← Rohmaterial, so wie es von der Kamera kommt
├─ docs/
│  ├─ reel-workflow.md          ← das Workflow-Dokument (siehe unten)
│  └─ produktions-log-reel-NN.md
└─ reels-studio/                ← EIN Remotion-Arbeitsbereich für alle Reels
   ├─ package.json, node_modules
   ├─ src/Root.tsx              ← registriert alle Reels
   ├─ src/shared/               ← Untertitel, Split-Layout, Cursor, Marken-Farben
   ├─ src/reels/rNN/            ← Code je Reel: Reel.tsx, timeline.json
   ├─ public/rNN/               ← base.mp4 (Rohschnitt), audio/mix.wav, Bilder
   ├─ reels/rNN/                ← input/script, work/ (Schnittliste, Transkripte)
   ├─ scripts/                  ← die Python-Skripte für Schnitt und Ton
   └─ out/                      ← fertige Renders

Am Anfang hatte jedes Reel einen eigenen Ordner mit eigenem node_modules. Das kostete viel Platz, und jedes Reel lief auf einer anderen Remotion-Version. Seit Reel 05 gibt es nur noch einen Arbeitsbereich. Bausteine wie die Untertitel liegen in src/shared und jedes Reel ist eine eigene Composition.

Schritt 1: Rohmaterial und Briefing

Ich lege das Video nach raw/ und schicke Claude das Script. Claude legt den Reel-Ordner an und speichert das Script unter reels/rNN/input/script/script.md. Bevor es losgeht, braucht Claude: Rohmaterial, Script, Plattform und Länge, das CTA-Wort und, falls vorhanden, ein Referenz-Reel.

Ich drehe mal mit dem iPhone (fertige Farben, kein Grade nötig), mal mit der DJI Osmo Pocket 3 in D-Log M (flach, braucht eine Farbumrechnung). Claude soll das nicht nach Augenmaß entscheiden, sondern messen. D-Log M erkennst du an angehobenen Schwärzen und sehr wenig Sättigung.

Prompt
Neues Reel: Das Rohmaterial liegt in Reels.NoSync/raw/[Dateiname]. Lies zuerst docs/reel-workflow.md. Leg den Reel-Ordner reels/rNN an, speichere dort das Script und prüf das Material (Kamera, Bildrate, Farbprofil). Dann weiter mit Transkript und Rohschnitt.

Script:
[Script einfügen]

Schritt 2: Das Transkript

Claude schneidet zuerst die langen Stillen heraus und merkt sich, welche Sprachzeit zu welcher Quellzeit gehört (scripts/prep_speech.py). Das spart Rechenzeit, bei ElevenLabs auch Credits. Dann transkribiert es mit Wort-Zeitstempeln (scripts/tx_words.py, faster-whisper medium) und korrigiert Fachbegriffe nach dem Script: Aus „Cloud“ wird „Claude“.

Schritt 3: Der Rohschnitt

Aus den Wort-Zeitstempeln baut Claude eine Schnittliste (work/edl.json): welche Stücke des Rohmaterials in welcher Reihenfolge bleiben. Das sind die Regeln:

•Pausen über 0,28 s raus. Zwischen Sätzen bleiben höchstens etwa 0,10 s Luft.
•Bei doppelten Ansätzen immer den letzten Take nehmen.
•Hörbares Einatmen zwischen Sätzen raus (scripts/breaths.py).
•Jede Schnittkante auf eine ruhige Stelle legen (scripts/fix_edges.py), mit 8-ms-Blenden gegen Knacken.
•Alles frame-genau in der Bildrate der Quelle: iPhone 30 fps, Osmo 25 fps.

Danach prüft Claude jede Schnittkante am Pegel (scripts/check_edges.py): Endet ein Clip mitten in einem Laut? Steckt in einem Clip noch Ton aus einem verworfenen Take? Erst wenn nichts mehr gemeldet wird, rendert Claude den Rohschnitt nach public/rNN/video/base.mp4 (scripts/cut.py).

In Reel 18 wurden so aus 1:38 Rohmaterial 44,5 s Schnitt mit 15 Clips.

Workflow zum Mitnehmen

Hol dir den vollständigen Guide als PDF.

Der komplette Workflow als PDF: Ordnerstruktur, Prompts, Regeln für Schnitt, Untertitel und Ton, Safe Zones und Checkliste. Damit du ihn nicht noch einmal suchen musst.

Schritt 4: Das Storyboard

Bevor eine einzige Animation entsteht, baut Claude ein Storyboard als Artifact: pro Abschnitt Timecode, gesprochener Text, echtes Standbild aus dem Rohschnitt, Grafik, Kamera und Ton. Offene Fragen stehen gesammelt oben. Erst nach meiner Freigabe geht es weiter.

Für jeden Abschnitt fällt eine feste Entscheidung:

SchematischRealistisch
Wirkungerklärend„das gibt es wirklich“
Optikhelle Karten, große Schrift, Iconsnachgebaute App-Oberfläche, echte Daten
Passt fürHook, Thesen, ZahlenTools, Agenten, Workflows

Dazu zwei Regeln. Im Hook steht nichts über mir, nur die Untertitel. Und Text liegt nur in der sicheren Fläche von Instagram: auf 1080 × 1920 Pixeln zwischen x 75 und 1005 und zwischen y 140 und 1660, unterhalb von y 980 nur bis x 870 wegen der Icon-Leiste rechts.

Schritt 5: Grafiken und Untertitel als Code

Jedes Reel ist eine Datei src/reels/rNN/Reel.tsx. Die Zeiten kommen aus timeline.json, also aus den Wort-Zeitstempeln des fertigen Schnitts. Eine Grafik startet „bei Wort 28“ statt „bei 7,84 s“. Ändert sich der Schnitt, rutscht alles mit.

•Split-Layout: oben die Grafik, eine Lime-Naht, unten das Video. Die Höhe des oberen Bereichs passt sich pro Szene dem Inhalt an, damit man möglichst viel vom Sprecher sieht.
•Untertitel: immer eine Zeile, nie umbrochen, horizontal zentriert. Entweder auf einer dunklen Pill in Instrument Serif oder im TikTok-Stil (weiß, schwarze Kontur, ohne Animation).
•App-Nachbauten: als Claude-Oberfläche ohne Fensterrahmen, hell wie meine Claude-App: Nachrichten, Werkzeug-Blöcke, Artifact, mit echten Daten statt Platzhaltern. In Reel 18 sind das meine echte Chat-Nachricht, mein Ordner, die echten Wörter und Schnitte.
•Farben: aus meinen Brand Assets. Lime nur als Akzent.

Claude prüft jeden Abschnitt mit Standbildern (scripts/stills.mjs), bevor ich etwas sehe.

Schritt 6: Der Ton

Ein Befehl, eine Datei: python3 scripts/mix.py rNN liest reels/rNN/work/audio.json und baut daraus public/rNN/audio/mix.wav.

•Die Stimme wird sample-genau aus dem Original nach der Schnittliste neu zusammengesetzt.
•Das Musikbett erzeugt Claude selbst mit Python, zum Beispiel Lo-Fi mit 84 BPM und einem Riser vor dem ersten Schritt. Keine Lizenzkosten, keine Fremdrechte.
•Soundeffekte sitzen nur auf Grafik-Einsätzen, sind weich gefiltert und kommen nie im Hook.
•Die Musik wird unter der Stimme um 60 % abgesenkt, am Ende auf −14 LUFS normalisiert.

Schritt 7 und 8: Ansehen und rendern

Im Arbeitsbereich startest du das Studio mit npm run studio und wählst links die Composition. Dort gebe ich Feedback, Claude bessert nach. Gerendert wird mit:

Terminal
npm run render -- r18-so-schneidet-claude --concurrency=2

Das ergibt out/<id>.mp4 mit CRF 18. Claude kann auch selbst rendern, in kleinen Etappen über scripts/vm-render.mjs.

Der eigentliche Trick: das Workflow-Dokument

Claude erinnert sich nicht von selbst an das letzte Reel. Deshalb gibt es docs/reel-workflow.md. Dort stehen keine Skripte, sondern Regeln und erprobte Werte: welche Pausenlänge, welche Untertitelgröße, welche Safe Zones, welche Fehler schon passiert sind. Claude liest das Dokument vor jedem Reel. Nach jedem Feedback trägt es die Lehre ein.

So entstehen Zeilen wie diese, aus Reel 18:

reel-workflow.md
Kanten-Check nach jedem Rohschnitt ist Pflicht (Lehre Reel 18): python3 scripts/check_edges.py reels/rNN quelle prüft jede Clip-Kante am Pegel der Quelle. Ein Kontrolltranskript reicht nicht: Whisper korrigiert abgeschnittene Wörter (gehört: Zweitens, gesagt: Zweiten) und überhört Fragmente (Ers Erstens). Ziel: 0 Meldungen.

Starte deines mit diesem Prompt:

Prompt
Leg in docs/reel-workflow.md ein Workflow-Dokument für meine Reels an. Gliederung: Briefing, Transkript, Rohschnitt, Storyboard, Build, Ton, Vorschau, Render. Schreib Regeln und erprobte Werte hinein, keine kompletten Skripte.

Ab jetzt gilt: Lies das Dokument vor jedem neuen Reel. Wenn ich Feedback gebe oder etwas schiefgeht, trag die Lehre im passenden Abschnitt ein, mit Reel-Nummer, und sag mir, was du geändert hast.

Was mich am meisten Zeit gekostet hat

✕Ton läuft dem Bild davon: Beim Verketten vieler AAC-Clips bringt jeder Clip etwa 21 ms Vorlauf mit. Nach 20 Schnitten sind das eine halbe Sekunde. Lösung: den Ton am Ende sample-genau aus dem Original ersetzen.
✕Angeschnittene Wörter: Whisper setzt Wortanfänge oft 0,1 bis 0,2 s zu spät, Atmer-Schnitte trafen Wortenden. Lösung: jede Kante am Pegel messen statt am Transkript, Zischlaute über 3 kHz.
✕Reste verworfener Takes: Ein Skript verlängerte ein Clip-Ende bis zur nächsten Stille und nahm dabei den Anfang eines verworfenen Takes mit („Ers Erstens“). Lösung: nie in einen neuen Laut hinein verlängern.
✕Erfundener Text: In langen stillen Pausen schreibt Whisper Sätze, die nie gesagt wurden. Dort die Wortzeiten aus dem Pegel nehmen.
✕Farben falsch eingeschätzt: D-Log-M-Material sah auf einem kleinen Standbild normal aus. Seitdem wird gemessen.
✕Remotion-Update bricht den Render: Version 4.0.535 stürzte auf meinem Apple-Silicon-Mac sofort ab. Nach jedem Update einen Test-Render machen, zurück ging es auf 4.0.530.

Das Reel zu diesem Stück liegt auf Instagram.

Quellen

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Schneide heute deinen ersten Clip mit Claude.

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