Das lernst du
Der Ablauf in acht Schritten
Video in den freigegebenen Ordner, Script und Referenzen dazu.
Jedes Wort mit Start- und Endzeit, Fachbegriffe korrigiert.
Pausen, Versprecher, doppelte Takes und Atmer raus, auf den Frame genau.
Als Artifact, mit echten Standbildern. Ohne Freigabe geht nichts weiter.
Untertitel, Grafiken und Animationen als Remotion-Code.
O-Ton, eigenes Musikbett, leise Soundeffekte, −14 LUFS.
Im Remotion Studio ansehen, Feedback geben, Claude bessert nach.
Als MP4, CRF 18. Hook-Text und CTA setze ich danach in Instagram.
Was du brauchst
ffmpeg, Python 3 und Node.js. Claude installiert die Pakete selbst, wenn du es darum bittest.faster-whisper (kostenlos, läuft lokal). Alternative: ElevenLabs Scribe über den ElevenLabs-Connector.Meine Ordnerstruktur
Alles liegt in einem Ordner, den ich mit Claude teile. Der Zusatz .NoSync hält ihn aus iCloud raus, weil Videos und node_modules dort nur stören.
~/Documents/Claude/Projects/Reels.NoSync/
├─ raw/ ← Rohmaterial, so wie es von der Kamera kommt
├─ docs/
│ ├─ reel-workflow.md ← das Workflow-Dokument (siehe unten)
│ └─ produktions-log-reel-NN.md
└─ reels-studio/ ← EIN Remotion-Arbeitsbereich für alle Reels
├─ package.json, node_modules
├─ src/Root.tsx ← registriert alle Reels
├─ src/shared/ ← Untertitel, Split-Layout, Cursor, Marken-Farben
├─ src/reels/rNN/ ← Code je Reel: Reel.tsx, timeline.json
├─ public/rNN/ ← base.mp4 (Rohschnitt), audio/mix.wav, Bilder
├─ reels/rNN/ ← input/script, work/ (Schnittliste, Transkripte)
├─ scripts/ ← die Python-Skripte für Schnitt und Ton
└─ out/ ← fertige Renders
Am Anfang hatte jedes Reel einen eigenen Ordner mit eigenem node_modules. Das kostete viel Platz, und jedes Reel lief auf einer anderen Remotion-Version. Seit Reel 05 gibt es nur noch einen Arbeitsbereich. Bausteine wie die Untertitel liegen in src/shared und jedes Reel ist eine eigene Composition.
Schritt 1: Rohmaterial und Briefing
Ich lege das Video nach raw/ und schicke Claude das Script. Claude legt den Reel-Ordner an und speichert das Script unter reels/rNN/input/script/script.md. Bevor es losgeht, braucht Claude: Rohmaterial, Script, Plattform und Länge, das CTA-Wort und, falls vorhanden, ein Referenz-Reel.
Ich drehe mal mit dem iPhone (fertige Farben, kein Grade nötig), mal mit der DJI Osmo Pocket 3 in D-Log M (flach, braucht eine Farbumrechnung). Claude soll das nicht nach Augenmaß entscheiden, sondern messen. D-Log M erkennst du an angehobenen Schwärzen und sehr wenig Sättigung.
Neues Reel: Das Rohmaterial liegt in Reels.NoSync/raw/[Dateiname]. Lies zuerst docs/reel-workflow.md. Leg den Reel-Ordner reels/rNN an, speichere dort das Script und prüf das Material (Kamera, Bildrate, Farbprofil). Dann weiter mit Transkript und Rohschnitt. Script: [Script einfügen]
Schritt 2: Das Transkript
Claude schneidet zuerst die langen Stillen heraus und merkt sich, welche Sprachzeit zu welcher Quellzeit gehört (scripts/prep_speech.py). Das spart Rechenzeit, bei ElevenLabs auch Credits. Dann transkribiert es mit Wort-Zeitstempeln (scripts/tx_words.py, faster-whisper medium) und korrigiert Fachbegriffe nach dem Script: Aus „Cloud“ wird „Claude“.
Schritt 3: Der Rohschnitt
Aus den Wort-Zeitstempeln baut Claude eine Schnittliste (work/edl.json): welche Stücke des Rohmaterials in welcher Reihenfolge bleiben. Das sind die Regeln:
scripts/breaths.py).scripts/fix_edges.py), mit 8-ms-Blenden gegen Knacken.Danach prüft Claude jede Schnittkante am Pegel (scripts/check_edges.py): Endet ein Clip mitten in einem Laut? Steckt in einem Clip noch Ton aus einem verworfenen Take? Erst wenn nichts mehr gemeldet wird, rendert Claude den Rohschnitt nach public/rNN/video/base.mp4 (scripts/cut.py).
In Reel 18 wurden so aus 1:38 Rohmaterial 44,5 s Schnitt mit 15 Clips.
Workflow zum Mitnehmen
Hol dir den vollständigen Guide als PDF.
Der komplette Workflow als PDF: Ordnerstruktur, Prompts, Regeln für Schnitt, Untertitel und Ton, Safe Zones und Checkliste. Damit du ihn nicht noch einmal suchen musst.
Schritt 4: Das Storyboard
Bevor eine einzige Animation entsteht, baut Claude ein Storyboard als Artifact: pro Abschnitt Timecode, gesprochener Text, echtes Standbild aus dem Rohschnitt, Grafik, Kamera und Ton. Offene Fragen stehen gesammelt oben. Erst nach meiner Freigabe geht es weiter.
Für jeden Abschnitt fällt eine feste Entscheidung:
| Schematisch | Realistisch | |
|---|---|---|
| Wirkung | erklärend | „das gibt es wirklich“ |
| Optik | helle Karten, große Schrift, Icons | nachgebaute App-Oberfläche, echte Daten |
| Passt für | Hook, Thesen, Zahlen | Tools, Agenten, Workflows |
Dazu zwei Regeln. Im Hook steht nichts über mir, nur die Untertitel. Und Text liegt nur in der sicheren Fläche von Instagram: auf 1080 × 1920 Pixeln zwischen x 75 und 1005 und zwischen y 140 und 1660, unterhalb von y 980 nur bis x 870 wegen der Icon-Leiste rechts.
Schritt 5: Grafiken und Untertitel als Code
Jedes Reel ist eine Datei src/reels/rNN/Reel.tsx. Die Zeiten kommen aus timeline.json, also aus den Wort-Zeitstempeln des fertigen Schnitts. Eine Grafik startet „bei Wort 28“ statt „bei 7,84 s“. Ändert sich der Schnitt, rutscht alles mit.
Claude prüft jeden Abschnitt mit Standbildern (scripts/stills.mjs), bevor ich etwas sehe.
Schritt 6: Der Ton
Ein Befehl, eine Datei: python3 scripts/mix.py rNN liest reels/rNN/work/audio.json und baut daraus public/rNN/audio/mix.wav.
Schritt 7 und 8: Ansehen und rendern
Im Arbeitsbereich startest du das Studio mit npm run studio und wählst links die Composition. Dort gebe ich Feedback, Claude bessert nach. Gerendert wird mit:
npm run render -- r18-so-schneidet-claude --concurrency=2
Das ergibt out/<id>.mp4 mit CRF 18. Claude kann auch selbst rendern, in kleinen Etappen über scripts/vm-render.mjs.
Der eigentliche Trick: das Workflow-Dokument
Claude erinnert sich nicht von selbst an das letzte Reel. Deshalb gibt es docs/reel-workflow.md. Dort stehen keine Skripte, sondern Regeln und erprobte Werte: welche Pausenlänge, welche Untertitelgröße, welche Safe Zones, welche Fehler schon passiert sind. Claude liest das Dokument vor jedem Reel. Nach jedem Feedback trägt es die Lehre ein.
So entstehen Zeilen wie diese, aus Reel 18:
Kanten-Check nach jedem Rohschnitt ist Pflicht (Lehre Reel 18): python3 scripts/check_edges.py reels/rNN quelle prüft jede Clip-Kante am Pegel der Quelle. Ein Kontrolltranskript reicht nicht: Whisper korrigiert abgeschnittene Wörter (gehört: Zweitens, gesagt: Zweiten) und überhört Fragmente (Ers Erstens). Ziel: 0 Meldungen.
Starte deines mit diesem Prompt:
Leg in docs/reel-workflow.md ein Workflow-Dokument für meine Reels an. Gliederung: Briefing, Transkript, Rohschnitt, Storyboard, Build, Ton, Vorschau, Render. Schreib Regeln und erprobte Werte hinein, keine kompletten Skripte. Ab jetzt gilt: Lies das Dokument vor jedem neuen Reel. Wenn ich Feedback gebe oder etwas schiefgeht, trag die Lehre im passenden Abschnitt ein, mit Reel-Nummer, und sag mir, was du geändert hast.
Was mich am meisten Zeit gekostet hat
Das Reel zu diesem Stück liegt auf Instagram.
Quellen
- Remotion: Lizenz und Dokumentation.
- SYSTRAN: faster-whisper auf GitHub.
- Instagram-Safe-Zones: eigene Messung an iPhone-Screenshots veröffentlichter Reels, Oktober 2026.
Dein Aktionsplan
Hak ab, was du erledigt hast:
Dein nächster Schritt
Schneide heute deinen ersten Clip mit Claude.
Solche praxisnahen Systeme schicke ich jede Woche per Newsletter — ein System, ein Tool, ein Prompt. Kurz, konkret, sofort anwendbar.
Passt dazu

Christopher Thanisch
Ich übersetze KI in brauchbare Systeme für den Arbeitsalltag — Systeme statt Hypes.